Zum Inhalt springen
Deutsches Peitschenmuseum - Tradition bewahren
  • f
  • ◎
  • DE
  • Museum
  • Geschichte
  • Rundgang
  • Besuch
  • Kontakt
  • Idee
  • Standort
  • Aufbau
  • Handwerk
  • Chronik

Nächste Öffnung: So., 11. Oktober · ab 14:00 Uhr

Geschichte

Wie aus einer Idee ein Museum wurde.

Engagement, Sammelleidenschaft und Heimatverbundenheit legten den Grundstein für das Deutsche Peitschenmuseum.

Idee

1 / 3

Die Idee für das Deutsche Peitschenmuseum entstand nicht von heute auf morgen. Am Anfang stand die intensive Beschäftigung Jürgen Simmendingers mit der Geschichte der Peitschenmacher aus Killer. Besonders seine frühe handwerkliche Prägung durch seinen Großvater Karl, der selbst Peitschen herstellte, sowie sein Interesse an Heimatgeschichte führten ihn zu diesem außergewöhnlichen Handwerk.

Für seine Recherchen wertete er zahlreiche historische Unterlagen, Firmenarchive und alte Dokumente aus. In vielen Gesprächen mit ehemaligen Peitschenmachern und älteren Mitbürgern gelang es ihm außerdem, wertvolles Wissen zu bewahren, das bis dahin nie schriftlich festgehalten worden war.

Mit jeder neuen Erkenntnis wurde deutlicher, welch außergewöhnliche Bedeutung das kleine Dorf Killer einst für die deutsche Peitschenfertigung besaß. Gleichzeitig wurde ihm aber auch bewusst, wie schnell Maschinen, Werkzeuge, Dokumente und vor allem das Wissen der letzten Zeitzeugen für immer verloren gehen konnten.

Ein entscheidender Wendepunkt waren schließlich die Baden-Württembergischen Heimattage 1987 in Albstadt. Dort demonstrierte Jürgen Simmendinger gemeinsam mit seiner Frau Johanna und Sohn Oliver mit einer selbst restaurierten Flechtmaschine vor tausenden Besucherinnen und Besuchern, wie früher Peitschen umflochten wurden. Das unerwartet große Interesse zeigte eindrucksvoll, dass dieses nahezu vergessene Handwerk weit über die Region hinaus auf große Begeisterung stieß.

Aus diesem Erlebnis entstand der Wunsch, die Geschichte der Peitschenmacher dauerhaft zu bewahren und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Zunächst veröffentlichte er 1989 die Dokumentation „Die Geschichte der Peitschenmacher aus Killer“. Als er ein Jahr später zum ersten Vorsitzenden des Heimatvereins Killer gewählt wurde, konnte er auch seine Mitstreiter für die Idee eines Peitschenmuseums begeistern – möglichst bevor das noch vorhandene Wissen und die letzten Zeugnisse dieses traditionsreichen Handwerks unwiederbringlich verloren gingen..

Standort

1 / 3

Mit der Idee eines Peitschenmuseums begann auch die Suche nach einem geeigneten Gebäude. Dies erwies sich jedoch deutlich schwieriger als zunächst angenommen. Doch als es dem Heimatverein gelang, die Hohenzollerische Landesbahn von seiner Idee zu überzeugen, ergab sich die einmalige Chance: Der zum Abriss vorgesehene Bahnhof von Killer wurde dem Heimatverein als zukünftigen Museumsstandort zur Verfügung gestellt. Dazu wurde ein Pachtvertrag über 99 Jahre geschlossen - eine wichtige Voraussetzung für die langfristige Zukunft des Museums.

Der Zustand des Gebäudes war geradezu katastrophal – abbruchreif eben! Entsprechend stellte er die Vereinsmitglieder vor eine gewaltige Herausforderung. Dennoch entschied sich der Heimatverein bewusst für das Gebäude: nicht nur um ein Museum zu schaffen, sondern gleichzeitig ein Stück Ortsgeschichte zu retten.

Aufbau

1 / 4

In tausenden ehrenamtlichen Arbeitsstunden wurde der ehemalige Bahnhof ohne öffentliche Zuschüsse oder den Einsatz von Steuermitteln vom Dach bis zu den Fußböden grundlegend saniert. In den folgenden drei Jahren entstand so aus einer baufälligen Ruine Schritt für Schritt das heutige Deutsche Peitschenmuseum.

Der außergewöhnliche Einsatz blieb nicht unbeachtet. Das Land Baden-Württemberg zeichnete das Projekt kurz nach der Fertigstellung als „vorbildliche Bürgeraktion“ aus. Ministerpräsident Erwin Teufel würdigte das ehrenamtliche Engagement persönlich im Neuen Schloss in Stuttgart.

Am 4. September 1993 war es dann endlich so weit: Das Deutsche Peitschenmuseum wurde durch Pfarrer Hone' feierlich eingeweiht. Nur einen Tag später öffnete das Museum im Beisein von Minister Weiser, Landrat Fischer, Bürgermeister Peter Höhnle sowie zahlreichen Bundes- und Landtagsabgeordneten erstmals seine Türen für die Öffentlichkeit.

Handwerk

1 / 5

Für viele Menschen ist eine Peitsche heute kaum mehr als ein Stock mit einer Schnur. Dass hinter ihrer Herstellung einst ein anerkannter Handwerksberuf mit einer dreijährigen Ausbildung stand, wissen dagegen nur noch Wenige.

Über mehr als zwei Jahrhunderte entwickelte sich Killer zum Zentrum der deutschen Peitschenfertigung. Zeitweise wurden täglich mehrere tausend Peitschen in weite Teile des Deutschen Reiches und darüber hinaus versandt. Nahezu jede zweite Peitsche stammte aus dem kleinen Dorf im Killertal. Bierführer, Fuhrleute, Droschkenkutscher und Landwirte waren auf dieses Handwerk angewiesen – lange bevor das Automobil die Pferdegespanne ablöste. Man könnte sagen: was heute der Zündschlüssel, war früher die Peitsche! Wichtig: die Tiere wurden nicht geschlagen. Vielmehr war die Peitsche ein wichtiges Werkzeug um die Tiere zu steuern und anzutreiben.

Die Herstellung einer hochwertigen Peitsche erforderte weit mehr als handwerkliches Geschick. Unterschiedliche Materialien, spezielle Werkzeuge und über Generationen überliefertes Fachwissen machten den Beruf des Peitschenmachers zu einem anspruchsvollen Handwerk. Erst nach einer dreijährigen Lehrzeit und bestandener Prüfung vor der Handelskammer durfte die Berufsbezeichnung „Peitschenmacher“ geführt werden.

Mit der zunehmenden Motorisierung erst in der Landwirtschaft, dann in allen Bereichen, verschwand das Handwerk jedoch fast vollständig.

Das Deutsche Peitschenmuseum bewahrt also nicht nur Maschinen und Werkzeuge – sondern das Wissen, die Geschichte und die Erinnerung an ein Handwerk, das Killer über Generationen geprägt hat. Genau das hat sich der Heimatverein zu seiner Aufgabe gemacht.

Chronik

1 / 4

Seit der Eröffnung im Jahr 1993 hat sich das Deutsche Peitschenmuseum über mehr als drei Jahrzehnte hinweg zu einem festen Bestandteil der regionalen Museumslandschaft entwickelt. Hinter dem Museum stehen mehrere Generationen der Familie Simmendinger, die sich mit großem Engagement für den Erhalt des Peitschenmacherhandwerks einsetzen. Die Wurzeln reichen dabei weit zurück: Karl Simmendinger, Urgroßvater des heutigen Museumsleiters Oliver Simmendinger, gehörte zu den letzten Peitschenmachern in Killer und war seinem Sohn Jürgen ein großes Vorbild. Auch Großvater Wilhelm begleitete den Aufbau und die Eröffnung des Museums und gab sein Wissen an Sohn Jürgen und Enkel Oliver weiter.

Als Deutschlands erstes und bis heute einziges Peitschenmuseum wurde das Haus bereits wenige Jahre nach seiner Eröffnung von der Redaktion des Guinness Buches der Rekorde gewürdigt. Seither durfte das Museum unzählige Besucherinnen und Besucher begrüßen, war Gegenstand zahlreicher Presse-, Radio- und Fernsehberichte und blickt auf viele erfolgreiche Veranstaltungen, besondere Begegnungen und unvergessliche Momente zurück.

Die Bildergalerie gibt Ihnen bereits einen ersten Eindruck ausgewählter Meilensteine und besonderer Momente aus der Geschichte des Museums. Die nachfolgende Chronik lädt Sie anschließend ein, die wichtigsten Stationen auf dem Weg von der ersten Idee bis zum heutigen Museum zu entdecken.

Deutsches Peitschenmuseum

Am Peitschenmuseum 1
72393 Burladingen
Deutsches Peitschenmuseum - Tradition bewahren

Kontakt

Tel. 0700-1993 1993
Mail: info@peitschenmuseum.de

Museumsleitung
Oliver Simmendinger

Träger des Museums
Heimatverein Killer e.V.

Service

  • Impressum
  • Datenschutz
  • Facebook
  • Instagram vorbereitet

Vielen Dank für Ihren Besuch auf unserer Home-Peitsch. Wir freuen uns darauf, Sie bald persönlich im Deutschen Peitschenmuseum begrüßen zu dürfen.

© 2025 Deutsches Peitschenmuseum. Alle Rechte vorbehalten.